Markertraining

Mit dem Markertraining zum schnelleren Erfolg.

Ein Marker ist ein Hilfsmittel, das eine klare und punktgenaue Verständigung zwischen Mensch und Hund möglich macht. Man kann bei einem Hund sowohl positive als auch negative Marker konditionieren.
Ein positiver Marker ist ein so genannter sekundärer Verstärker. Sekundär meint, dass ein Signal (der Marker) eine Konsequenz ankündigt, in diesem Fall eine folgende Belohnung, die wenn sie verstärkend wirkt, ein primärer Verstärker ist.
Die direkte Konsequenz nennt sich primärer, da der Hund sie ohne Ankündigung bekommt.

Ein primärer Verstärker lässt somit ein Verhalten öfter auftretet und befriedigt die Bedürfnisse des Hundes.
Eine Belohnung ist nicht immer gleich ein positiver Verstärker, eine Belohnung ist eine „Anerkennung“ der gezeigten Leistung und kann zum Verstärker werden.

Der Marker kann ein auftrainiertes Wortsignal, ein Handsignal, ein Zungenschnalzer, ein Clicker oder vieles mehr sein.
Mit dem Einsatz von positiven Markern kann ich erwünschtes Verhalten beim Hund punktgenau verstärken. Er kann Signale zuverlässig und positiv verknüpfen, sowie Verhaltensketten einfacher und erfolgreicher erarbeiten. Es entsteht eine wichtige Kooperation zwischen Mensch und Hund.

Das positive Markersignal ist also eine Ankündigung auf die Belohnung und wird somit auch Brückensignal genannt, d.h. es dient als eine Überbrückung, von dem gewünschten Verhalten welches markiert wurde bis zum Erhalten der verdienten Belohnung.

Der Marker ist u.a. auch ein so genannter Doppeltverstärker. So wurden wissenschaftlich nachgewiesen, dass es beim positiven Markertraining u.a. zur Ausschüttung von Dopamin (Neurotransmitter) im Gehirn des Hundes kommt. Bei Hunden die oft gemarkert werden, entwickelt sich das Markersignal an sich schon als Befriedigung, darauf folgt aber immer noch die anschließende Belohnung. Diese Kombination macht den Marker zu einer doppelten Verstärkung.

Beim Markertraining wird nicht nur das eingefangene „markierte“ Verhalten durch die Belohnung verstärkt, sondern auch das Verhalten zwischen dem Marker und dem Verstärker (Belohnung), denn dort findet auch ein Verhalten statt.
Durch ein gutes Markertraining verstärkt man somit viel mehr Verhalten als ohne Marker, deswegen ist er in unserem Training nicht mehr wegzudenken.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Marker effektiv im Training einzusetzen. Wir nutzen ihn beim positiven Aufbau von Signalen, freiem Formen von gewünschtem Verhalten oder aber auch bei Angst- und Aggressionskontrollen um Verhalten und / oder Emotionen zu verändern. Gerade bei Letztgenannten, geht es darum in schwierigen Konfliktsituationen an der emotionalen Ebene des Hundes zu arbeiten. Wir versuchen über den Marker die Gefühlslage unseres Hundes positiv zu beeinflussen.

Arbeiten mit Marker setzt ein gutes Timing voraus damit auch das richtige Verhalten geformt werden kann. Das Wissen um die Lerntheorie des Hundes, wie und wo setzt das Markertraining an und wie erkenne ich Trainingsfehler, sind Grundvoraussetzungen für ein erfolgreichen Einsatz im Training. Richtig verstanden und eingesetzt, gibt es kaum etwas, was man mit Marker einem Hund nicht beibringen kann.

Copyright: Freundschaft Hund – Gemeinsam durchs Leben, Tina Müller